Längere Lebensdauer von Stahlbauteilen

12.06.2015
Die Preisträger halten ihre Urkunde hoch Urheberrecht: Wirtschaftsvereinigung Stahl

Das Institut für Eisenhüttenkunde der RWTH Aachen wurde in der Kategorie „Forschung und Entwicklung“ für das Gemeinschaftsprojekt HiPerComp (High Performance Components) mit dem Stahl-Innovationspreis 2015 ausgezeichnet.

 

Ob beim Thema Klimaschutz, Architektur oder Fahrzeugtechnik: Stahl zieht sich durch sämtliche Lebensbereiche. Forschungs- und Entwicklungsarbeiten im Stahlsektor erweitern die Einsatzmöglichkeiten für die Stahlindustrie und tragen dazu bei, Innovationen und Fortschritt anzukurbeln. Aus diesem Anlass wurde der Stahl-Innovationspreis 2015 jetzt bereits zum zehnten Mal verliehen. Im Rahmen des Berliner Stahldialogs nahmen die Preisträger ihre Auszeichnungen aus den Händen der Schirmherrin Prof. Dr. Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung, entgegen.

Margarita Bambach, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Eisenhüttenkunde, nahm den ersten Preis für das Projekt HiPerComp, das zusammen mit der Forschungsstelle für Zahnräder und Getriebebau der TU München, dem Lehrstuhl für Werkstoffkunde der TU Kaiserslautern und der Stiftung Institut für Werkstofftechnik in Bremen verwirklicht wurde, in Empfang. Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld in Höhe von 7.000 Euro verbunden.

Längere Bauteillebensdauer durch schadenstolerante Stähle

Hochbeanspruchte Antriebskomponenten wie zum Beispiel Zahnräder von Großgetrieben versagen oft durch Wälzkontaktermüdung, was zu einem vorzeitigen Anlagenausfall führen kann. Ursachen sind häufig Mikrorisse, die von nichtmetallischen Einschlüssen im Gefüge ausgehen. Der bisher verfolgte Ansatz, den Reinheitsgrad der eingesetzten Werkstoffe zu steigern, um die Lebensdauer der Komponenten zu erhöhen, stößt jedoch an technologische und wirtschaftliche Grenzen.

Die beteiligten Institute sind hier in interdisziplinärer Zusammenarbeit einen grundlegend anderen Weg gegangen. Dieser basiert auf der Idee, die Schadenstoleranz der Werkstoffe durch Einstellen eines Werkstoffzustands mit möglichst hohem Verfestigungsvermögen zu steigern. Lokale Verformung des Werkstoffs im Bereich von Einschlüssen führt dann zu einer starken Verfestigung an diesen versagenskritischen Positionen. So kann die Rissentstehung vermieden oder die Rissausbreitung gestoppt werden.

Redaktion: Presse und Kommunikation

Bildunterschrift

Von links nach rechts: Bundesministerin Prof. Dr. Johanna Wanka, Carolin Wickborn (Forschungsstelle für Zahnräder und Getriebebau, TU München), Margarita Bambach (Institut für Eisenhüttenkunde, RWTH Aachen), Hendrik Kramer (Lehrstuhl für Werkstoffkunde, TU Kaiserslautern), Dr.-Ing. Holger Surm (Stiftung Institut für Werkstofftechnik, Bremen), Moderator Ranga Yogeshwar.