Professor Dieter Enders erhält hohe japanische Auszeichnung

31.10.2014
Professor Dieter Enders Urheberrecht: RWTH Aachen

RWTH-Professor Dieter Enders erhält den Ryoji Noyori Preis 2014 von der japanischen Gesellschaft für Synthetische Organische Chemie. Der Namensgeber dieser Auszeichnung erhielt 2001 den Nobelpreis. Dieter Enders ist Seniorprofessor und ehemaliger Leiter des Lehrstuhls 1 für Organische Chemie der Aachener Hochschule. Der Wissenschaftler wurde 1985 in die Kaiserstadt berufen und leitete ab diesem Zeitpunkt als Direktor die Geschicke des Instituts für Organische Chemie.

 

In der Pressemitteilung der Gesellschaft heißt es unter anderem, dass Enders ein Pionier im Bereich der Asymmetrischen Synthese sei. Er entwickelte breit anwendbare chirale Auxiliare und demonstrierte ihre Effizienz in zahlreichen Naturstoffsynthesen. Darüber hinaus hat er bahnbrechende Beiträge zum Forschungsgebiet der Organokatalyse erbracht.

Die Forschungsarbeiten des Wissenschaftlers und seines Teams konzentrieren sich in der Organischen Synthese auf die Entwicklung von Methoden zur hoch stereoselektiven Bindungsknüpfung sowie deren Anwendung in der Natur- und Wirkstoffsynthese. Mittels dieser Techniken erzeugte Enders Substanzen mit einer definierten räumlichen Struktur. Obschon sie in natürlicher Umgebung oft als so genannte Enantiomere auftreten, die sich wie Bild- und Spiegelbild zueinander verhalten, weisen sie deutlich unterschiedliche Eigenschaften auf. In jüngeren Arbeiten, die durch einen ERC-Advanced Grant des European Research Councils gefördert werden, beschäftigt sich der Aachener mit der Entwicklung moderner Domino-Reaktionen. Hierbei laufen im gleichen Reaktionsgefäß mehrere Reaktionsschritte selektiv ab und führen zu hoch komplexen Molekülstrukturen.

Dieter Enders, der nach seinem Studium und seiner Promotion an der Universität Giessen und einem Auslandsaufenthalt in Harvard, USA, in Giessen habilitierte, wurde zunächst 1980 an die Universität Bonn berufen. Nach seinem Wechsel auf den Lehrstuhl in Aachen übernahm er die Sprecherfunktion des Sonderforschungsbereichs 380 „Asymmetrische Synthese mit Chemischen und Biologischen Methoden“. Er leitete zudem den Transferbereichs 11 „Stereoselektive Wirkstoffsynthese“ der DFG. In diesen Projekten erforschte die RWTH gemeinsam mit der Universität Düsseldorf, dem Forschungszentrum Jülich und der Firma Grünenthal innovative Synthesemethoden in der Biologie und der Chemie. Nach seiner Pensionierung Ende März dieses Jahres wurde Enders eine Seniorprofessur der RWTH übertragen.

Ausgezeichnet wurden die Tätigkeit des RWTH-Professors unter anderem mit dem Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft, dem Yamada Preis (Japan), dem Max-Planck Forschungspreis, dem Arthur C. Cope Scholar Award (USA), der Emil Fischer Medaille der Gesellschaft Deutscher Chemiker, dem Robert Robinson Award (Großbritannien), der Karl Ziegler Gastprofessur des MPI für Kohlenforschung und dem ERC-Advanced Grant.

Der Ryoji Noyori Preis ehrt Wissenschaftler, die im Forschungsgebiet der Asymmetrischen Synthese Leistungen auf dem höchsten Niveau erbracht haben. Er gilt nicht nur im traditionellen Japan als besonders hohe Ehrung, sondern er hat auch weltweit wegen der herausragenden Preisträger großes Renommee.

Bildunterschrift: Der Chemiker und RWTH-Seniorprofessor Dieter Enders erhielt eine hohe japanische Auszeichnung für seine wissenschaftlichen Leistungen.

Redaktion: Presse und Öffentlichkeitsarbeit